In unserem Körper, in unserer Wurzel, werden Geschichten gespeichert, die wir längst aus unseren Gedanken verdrängt haben. Aber auch Gefühle, denen wir nicht erlaubt haben gefühlt zu werden, finden dort ihren Platz.
Erinnerungen, Erlebnisse, tief verwurzelte Ängste und Emotionen verschwinden nicht einfach, sie begleiten uns, schwimmen unter der Oberfläche unseres Bewusstseins und verstecken sich in unseren Muskeln und Nerven.

Psychisches Leiden wird im Körper gespeichert und zeigt sich früher oder später als Krankheit.

Wenn das Unbewusste spricht

Du spürst eine plötzliche Anspannung, du wirst unruhig, deine Hände fangen an zu schwitzen und das ohne ersichtlichen Grund? Kleinste Auslöser können eine Welle der Emotionen auslösen.
Das kann ein bestimmter Geruch sein, ein Lied, ein Wort oder eine Szenerie, die dir bekannt vorkommt.
Heutzutage spricht man, vor allem in der zwischenmenschlichen Kommunikation, von sogenannten Triggern.
Unser vegetatives Nervensystem bringt Erfahrungen und ungelöste Emotionen an die Oberfläche und steuert unbewusst Körperreaktionen.
Das ist ursprünglich ein natürlicher Schutzmechanismus, der unser Überleben sichern soll.
Dein Körper geht also in den Fight-or-Flight Modus. Allerdings gibt es auch Freeze or Fawn, also das Erstarren oder das Unterwerfen.
Das kann soweit gehen, dass der Körper in einen Zustand der Dysregulation gerät (Polyvagal-Theorie), was zu einer permanenten Anspannung und Reizbarkeit führt.
Es gibt also ungelöste Konflikte, denen wir mehr Beachtung schenken sollten.

Bitte verfalle dabei nicht in die Vergleichsposition oder in die Verherrlichung.
„Eigentlich war es doch gar nicht so schlimm“, „Aber der hatte es viel schlechter“. Es geht um dich und um deine Gefühle. Und du hast jedes Recht auf diese Gefühle!

Der Speicher im Gehirn und im Körper

Starke Emotionen, die durch Trigger ausgelöst werden, Verspannungen und Unbeweglichkeit, ein geschwächtes Immunsystem – aber auch schon „kleine“ Indizien wie eine eher geduckte Körperhaltung können Hinweise sein, dass noch etwas in dir verankert ist, was nicht verarbeitet wurde.
Diese ungelösten Konflikte verursachen Stress – und Stress macht wiederum krank. Und wenn dauernd etwas mit deinem Körper nicht stimmt, beginnt das Kopfkarussell – wodurch du noch mehr Stress hast. Ein Teufelskreislauf.
Und deswegen bitte ich dich, deine Symptome, die Signale, die dir dein Körper sendet, wertfrei zu betrachten.

Zu beobachten ohne zu bewerten ist die höchste Form der menschlichen Intelligenz – Jiddu Krishnamurti

Der Weg zur Heilung

Keiner behauptet, dass persönliches Wachstum einfach ist. Aber es ist eine Entscheidung zwischen Angst und Liebe. Zwischen der Anhaftung an den Schmerz und der Befreiung vom Leid.
Bewerte deine Erfahrungen nicht, stufe sie nicht ein, lass sie dein Ego knacken und höre deinem Körper zu.
Hab‘ Geduld und Mitgefühl an dich selbst in diesem Prozess. Es braucht Zeit, die Sprache deines Körpers zu verstehen, es braucht Liebe an dich selbst, deinen ungelösten Emotionen Raum zu geben und ihnen zu erlauben gefühlt zu werden. Und wenn du das gemacht hast, darfst du deinem Verstand erlauben diese Erfahrung einzusortieren oder mit der WWW-Frage zu beantworten „Wofür war‘s gut?“
Dafür kannst du dir natürlich therapeutische Unterstützung holen.
Beschäftige dich aber auch gerne mit folgenden Praktiken:

  • Atemtechniken
  • Traumasensibles Yoga
  • Meditation und Meditationsreisen
  • Vollkommene Stille
  • Tiefenentspannungstechniken- und Kurse
  • Selbsthilfebücher

Bedenke: Es geht nicht darum sich in sein Leid zu vertiefen.
Es geht darum Verständnis für sich selbst aufzubringen. Ehrlich mit sich selbst zu sein.
Sich selbst mit seinen Erfahrungen anzunehmen. Sich selbst mit Sanftheit zu begegnen.
Die Vergangenheit verschwindet nicht, aber du kannst Frieden damit schließen und dich mit dieser Erfahrung annehmen. ❤️