Ahimsa ist ein Begriff, der tief in den Traditionen des Hinduismus, Buddhismus und Jainismus verwurzelt ist. Doch was bedeutet Ahimsa und wie können wir es in unserem Alltag anwenden? Und was spielen unsere Gedanken und Taten, die sich gegen uns selbst richten, dabei für eine Rolle?

Die Bedeutung von Ahimsa

Der Begriff Ahimsa stammt aus dem Sanskrit (अहिंसा a-hiṃsā f.) und bedeutet wörtlich „Nicht-Verletzen“ oder auch „Gewaltlosigkeit“. Das schließt übrigens auch seelische Gewaltlosigkeit mit ein, also eine Nicht-Schädigungen in Gedanken, in Worten und in Taten, sowohl auf andere bezogen als auch auf sich selbst!
Es ist ein zentraler ethischer Grundsatz, der in den alten indischen Schriften wie den Veden und den Upanishaden erwähnt wird. Ahimsa bedeutet Mitgefühl und Respekt gegenüber allen Lebewesen zu zeigen und ihnen somit auch keinen Schaden zuzufügen.
Ahimsa steht übrigens an erster Stelle der fünf Yamas (ethische Regeln / Verhaltenskodex im yogischen Leben).

Im Umgang mit anderen Menschen

Gewaltlosigkeit und Nicht-Verletzen bedeutet nicht, dass man bei einem Streit lediglich nicht ausholt.
Es bedeutet, dass man gezielt die Harmonie und das gegenseitige Verständnis fördert und sich somit gar nicht erst eine explosive Stimmung bildet.
Dazu gehört auch eine empathische Sichtweise auf die Gefühle des Gegenübers.
Vorurteile haben dabei keinen Platz.
Ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass manche Menschen auf die ruhige, empathische Reaktion besonders aggressiv reagieren könnten, insbesondere wenn der Gegenüber sich von seinen Emotionen steuern lässt und damit überfordert ist.
Hier ist es wichtig auch auf sich selbst acht zu geben und sich nicht von der negativen Energie mitziehen zu lassen. Tief durchatmen oder den Gegenüber erstmal eine Nacht drüber schlafen lassen, damit dieser seine Gedanken sortieren kann.

Ahimsa im Bezug auf Tiere

Ahimsa ist in den meisten Fällen der Grund, weshalb Yogis vegan leben.
Keine Gewalt und niemanden schaden, betrifft also nicht nur andere Menschen, sondern generell jedes Lebewesen. Tiere sind leidensfähige Wesen, die insbesondere im Massenbetrieb von Menschenhand einer massiven Qual ausgesetzt werden – daher wird dies keineswegs im Ahimsa unterstützt. Das betrifft somit unser Konsumverhalten, weshalb eine vegane Lebensweise bevorzugt wird, um nicht Teil dessen zu sein. Lebewesen werden respektiert und mit Mitgefühl und Fürsorge begegnet.

Aus energetischer Sicht wird übrigens nachgesagt, dass die Angst und die Qual, welche die Tiere vor ihrem Tod gespürt haben, im Fleisch enthalten sind und sich auf den Verkoster übertragen.

Der Umgang mit sich selbst

Ahimsa umfasst auch die Beziehung zu uns selbst.
Wir sollten uns selbst mit Respekt und Freundlichkeit begegnen und das fängt mit unseren eigenen Gedanken über uns selbst an.
Gewaltlosigkeit beginnt immer erst im Inneren. Beobachte deine Gedanken, denkst du selbst liebevoll und respektvoll über dich? Akzeptierst du deine eigenen Grenzen? Gehst du mitfühlend mit dir um oder unterdrückst du innere Spannungen? Presst du dich in einen augenscheinlichen Perfektionismus oder liebst du dich wie du bist? Verbale Gewalt kann der Mensch auch durchaus an sich selbst ausüben.
Gönn‘ dir eine Pause. Sag Nein. Steh zu dir selbst. Sprich sanft zu dir selbst ❤️.