Das Leben ist bunt. Und manchmal findet man sich in einem völligen Chaos wieder, während das Leben noch eine weitere Herausforderung bereithält.
Doch wie macht man in solchen Momenten aus einem
„wieso passiert mir das?“ ein
„Wie kann ich diesem Leid begegnen, ohne daran zu zerbrechen?“
Leid gehört zum Leben. Trennung, Krankheit, Verlust, Alter, Enttäuschung, Tod.
Keiner ist davon ausgenommen.
Und wenn alles zusammenkommt und man das Gefühlt hat unter der Last zu zerbrechen, dann können einige buddhistische Ansätze hilfreich sein.
Nicht gegen die Realität ankämpfen
Oft besteht Leid aus zwei Ebenen
1. Dem eigentlichen Schmerz
2. Dem Widerstand gegen den Schmerz
Der Schicksalsschlag tut weh, doch kreisende Gedanken, wie
„Das darf nicht sein.
Ich halte das nicht aus.
Wieso passiert grade mir so etwas?„
halten das Leid aufrecht und vertiefen es.
Im Buddhismus versucht man also den zweiten Teil des Schmerzes, also den Widerstand loszulassen.
Nicht weil man aufgibt oder das Geschehene gutheißt, sondern weil man die verbleibende Kraft nicht für etwas verschwendet, was sich nicht mehr ändern lässt.
Trage nicht das ganze Leid auf einmal
Wenn die Menschen kurz vor einem Zusammenbruch stehen, dann vermischen sich vergangene Erfahrungen mit den akuten Problemen und den möglichen Katastrophen von morgen.
Dadurch wird die Last und damit das Leid immer größer.
Es kann hilfreich sein, sich immer wieder in den gegenwärtigen Moment zurückzuholen und sich zu fragen:
Was muss genau jetzt getragen werden?
Der nächste Schritt. Nur der Eine.
Klingt banal, aber auf diese Weise lässt sich genau dieser Tag, genau heute, besser überleben.
Du musst nicht stark sein
„Durchhalten“ bedeutet nicht, dass man keine Schwäche zeigen darf.
Im Gegenteil.
Es bedeutet immer wieder aufzustehen, obwohl man müde ist und sich gleichzeitig zu erlauben erschöpft zu sein.
Man darf weinen.
Man darf verzweifelt sein.
Man darf zugeben, dass einem grade alles viel zu viel ist.
Leiden wird nicht leichter, wenn man sich zusätzlich dafür verurteilt.
Genauso wenig hilft es, die dazugehörigen Gefühle gänzlich zu unterdrücken.
Und damit wären wir bei dem Mitgefühl.
Mitgefühl für sich selbst
Viele Menschen tragen ihre eigene Last wesentlich härter, als sie es einer Freundin oder einem Freund jemals zumuten würden.
Stell dir vor, dein bester Freund hätte das erlebt, was du grade erlebt hast und müsste erschöpft und ausgelaugt weitermachen.
Würdest du etwa zu ihm sagen, er solle sich zusammenreißen?
Oder würdest du ihm Mitgefühl entgegen bringen und ihm sagen, dass du verstehen kannst, dass er grade nicht mehr kann?
Bringe dir selbst sanftes Mitgefühl entgegen.
Begegne dir mit Verständnis für deine Situation, deine Gefühle und deine Grenzen.
Erlaube dir liebevoll mit dir selbst umzugehen, um die Last nicht noch schwerer zu machen, als sie ohnehin schon ist.
Mitleid schaut auf das Leid.
Mitgefühl schaut auf den Menschen.
Vergänglichkeit
Dir ist sicherlich bekannt, dass die Vergänglichkeit im Buddhismus ein zentraler Gedanke ist.
Nichts bleibt. Und das gilt nicht nur für die schönen Zeiten, sondern auch für die schweren.
Mitten in der Krise fühlt sich das oft nicht so an.
Doch auch die dunkelste Phase ist ein Prozess und kein endgültiger Zustand.
Du musst dich nicht dazu zwingen zu glauben, dass morgen alles gut wird.
Aber vielleicht hilft dir der Gedanke, dass dieser Augenblick nicht für immer so bleiben wird.
Du musst das Leid nicht alleine tragen
Solltest du gerade an dem Punkt sein, an dem alles einfach zu viel wird, dann ist es keine Schwäche sich Unterstützung zu holen.
Selbst der Buddha hat die Gemeinschaft (Sangha) als eine der wichtigsten Stützen auf dem Weg betrachtet.
Niemand muss solche Lasten alleine tragen.
Manchmal ist die Bitte um Hilfe kein Zeichen von Schwäche, sondern der mutigste Schritt von allen.
Und vielleicht ist genau dieser Schritt der Anfang, den ersten Stein vom Berg wegzutragen.